Im Schuljahr 2016/2017 haben afghanische und syrische Schüler der Berufsintegrationsklassen an der Marianne-Rosenbaum-Schule Straubing in Kooperation mit dem Deutschen Erwachsenen-Bildungswerk Straubing eine Ausstellung erarbeitet. In dieser berichten sie blitzlichtartig über ihre Flucht, Heimat und Familie, Kultur und das neue Leben in Deutschland. Sie erzählen von der Notwendigkeit des frühen Erwachsenwerdens, von zerbrochenen Träumen, neuen Hoffnungen und Wegen.

Den Kern der Schau bilden die Erinnerungen und Erkenntnisse von 13 Schülern. Jeder Schüler wird auf drei Ebenen präsentiert: anhand eines selbst verfassten Erfahrungs-berichts, eines im Bild dargestellten persönlichen oder symbolischen Erinnerungsgegenstandes sowie einer lebensgroßen Portraitaufnahme.

Die Ausstellung ist interaktiv konzipiert und kann in Einzel- oder Gruppenarbeit erschlossen werden. Sie enthält didaktisches Begleitmaterial mit Informationen für Lehrer sowie einer Handlungsanweisung für Schüler. Wir empfehlen die Ausstellung für Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe. Abhängig vom Leistungsniveau der Klasse sollte ein Zeitraum von 45 bis 90 Minuten eingeplant werden. Zusätzlich zur Nutzung der Ausstellung als Arbeitsinstrument für den Unterricht kann diese auch als fertige Präsentation gezeigt werden.

 

Die Wanderaustellung Schau hin! können Sie entleihen.

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Die Projektverantwortlichen

Claudia Eisenrieder, Kulturwissenschaftlerin, DEB Straubing

Pia Röder, Oberstudienrätin, Marianne-Rosenbaum-Schule  Straubing

 

 

 

Wo war die Ausstellung bisher zu sehen?

An der Marianne-Rosenbaum Schule Straubing - Juni/Juli 2017:

Im eigenen Schulgebäude wurde die Ausstellung am 27. Juni feierlich eröffnet.
Sehen Sie den Filmbeitrag auf DonauTV:

https://www.youtube.com/watch?v=5BDWcAhPU7s

Nach der Eröffnung von der Lehrkraft Fr. Röder und Schulleitung Hr. Dilger sprachen Vertreter der Stadt (Fr. Stelzl), des Landkreises (Hr. Eckl) und der Geldgeber DEB (Hr. Schaller, Hr. Pervan) und der Diözese Regensburg (Fr. Engl). Die Mitorganisatorin und Mitarbeiterin Fr. Eisenrieder, Kulturwissenschaftlerin hielt eine Rede zu Integration und Entstehung der Ausstellung. In einer Podiumsdiskussion konnten die Flüchtlinge Fragen stellen. Der Abschluss bildete ein Catering, hergestellt in einer gemeinschaftlichen Aktion von Sozialpflegeschülern und Schülern der Berufsintegrationsklasse.
In den folgenden 10 Tagen konnten die Fachklassen den interaktiven Teil erproben. Mit Arbeitsblättern und Klemmbrettern ausgestattet wurde eifrig gelesen, zugeordnet und diskutiert. Bei einigen Klassen konnten beteiligte Flüchtlinge anwesend sein und Rede und Antwort stehen. "Das hätte ich nicht gedacht!" so die Aussage von Mitschülern, die sich seit einem Jahr am Gang begegnen - und doch nicht kannten.

 

An der Regierung von Niederbayern - September 2017:

Regierungsvizepräsident Dr. Helmut Graf eröffnete die Ausstellung „Schau hin“ gemeinsam mit dem Bereichsleiter Schulen Josef Schätz, Schulleiter Johann Dilger von der Marianne-Rosenbaum-Schule sowie den Projektverantwortlichen Claudia Eisenrieder vom Deutschen Erwachsenen-Bildungswerk Straubing und der Lehrerin Pia Röder von der Marianne-Rosenbaum-Schule. Stellvertretend für die 13 jungen Asylbewerber führten Ali Sharqi, Keramat Akachel und Yazan Alsamie durch die Ausstellung.

Vom 07. bis 28. September 2017 war im Ämtergebäude der Regierung die interaktiv dargestellten Lebensläufe von jungen afghanischen und syrischen Flüchtlingen zu sehen sein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten die Ausstellung besuchen.

„Der Mut dieser Jugendlichen, in der Öffentlichkeit ihr Schicksal darzustellen, schlägt eine Brücke zwischen Einheimischen und Menschen, die als Fremde gekommen sind und in Deutschland, in Niederbayern, heimisch werden wollen“, sagte Dr. Graf.
 

In der Diözese Regensburg - Seminare von Fr. Engl - Oktober 2017:

Frau Christina Engl ist bei der Caritas Ansprechpartnerin für die Pfarrgemeinden des Bistums für alle Fragen rund um Asyl und Flüchtlinge. "Bei meinen Vorträgen war es diesmal ganz anders, denn ich hatte die Menschen dabei, über die ich gesprochen habe.", so das Resümee von Fr. Engel.

An der Berufsschule II Straubing - November 2017:

 

Am Veit-Höser-Gymnasium in Bogen - November 2017:

Viele Schüler waren total bewegt von den Schicksalen der 13 Geflüchteten, denn die Texte der Ausstellung gaben einen durchaus persönlichen Einblick in deren Leben. Und andere hatten richtig Spaß, die Texte den Personen zuzuordnen, was teilweise wirklich kniffelig war und Zusammenarbeit benötigte.
Was uns allerdings am meisten gefallen hat, ist, dass durch die Ausstellung die vielen Geschichten, die man sonst so über Flüchtlinge hört, ein Gesicht bekommen haben und dadurch auch die Geflüchteten und ihre Schicksale viel individueller wahrgenommen werden.
Die Ausstellung hat somit genau erreicht was wir für unsere Mitschüler wollten. Nochmal vielen Dank für das Ausleihen! Wir können diese interessante Ausstellung nur weiterempfehlen.
Elisabeth Gerl und das P-Seminar Deutsch vom VHG Bogen

 

 

 

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage


Staatlich Berufsschule III Straubing mit Außenstelle Mitterfels ist

„Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“

Lehrkräfte und Schüler der Marianne-Rosenbaum-Schule Straubing kamen auf die Idee, die vielen großen und kleinen Aktionen sowie das selbstverständliche und durch Werte geprägte Miteinander der Schüler und Schülerinnen auch nach außen deutlich machen zu wollen. Seit über 27 Jahren gibt es das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Seither nahmen in Bayern bereits an die 380 Schulen teil. Schulen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gegen Diskriminierung und für Integration couragiert einzutreten.

Organisiert und ideell gefördert wird dieses Projekt von AKTIONCOURAGE e.V. mit Sitz in Berlin. Das Projekt hat vielfältigste Ehrungen erfahren, z.B. den Aachener Friedenspreis. Der Weg bis zur Anerkennung ist lange und hört mit der Zuerkennung der Auszeichnung noch lange nicht auf.

Hiermit wurde folgende Selbstverpflichtung eingegangen:
 Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.

 Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.

 Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

Voraussetzung für die Anerkennung war die Zustimmung zu dieser Selbstverpflichtung von mindestens 70 % aller Schüler und Lehrkräfte durch deren Unterschrift. Diese Marke wurde weit übertroffen. Somit stand einer Bewerbung nichts mehr im Wege. Im Dezember 2015 teilte der Trägerverein der Marianne-Rosenbaum-Schule mit, dass die Bewerbung Erfolg hatte.

Nun ging es an die Suche nach einem Projektpaten. Der Box Club Straubing 1931 e. V. schien dafür prädestiniert. Denn dieser Verein betreibt schon seit vielen Jahren hervorragende Integrationsarbeit. Herr Hans Buchmeier, Präsident des Boxclubs, erklärte sich sofort und gerne dazu bereit, die Patenschaft zu übernehmen. Er bewies von Anfang an großes Engagement in der Sache und besitzt darüber hinaus die für eine Schule immer notwendigen Kontakte. In seiner Rede wies Herr Buchmeier darauf hin, dass der Boxclub schon seit geraumer Zeit den Schülerinnen und Schülern der Marianne-Rosenbaum-Schule ein integratives Boxtraining ermöglicht. Berufs- und Berufsfachschüler treiben gemeinsam mit Schülern der Flüchtlingsklassen Sport und werden dabei von einem professionellen Trainer angeleitet. Das Angebot wird von den Schülerinnen und Schülern überraschend gut angenommen. So kann Integration gelingen.

Bei der Verleihungsveranstaltung am 14.4.2016, zu der sich u.a. auch Herr Landrat Josef Laumer, Herr Oberbürgermeister Markus Pannermayr sowie Leitender Regierungsschuldirektor Franz Thurner von der Regierung von Niederbayern Zeit genommen hatten, stellten die Schülerinnen und Schüler vor, wie es gelingen kann, verschiedene Gruppen zusammen zu bringen und somit Vorurteile abzubauen. Das selbstverständliche Miteinander wurde an zwei Aktionstagen umgesetzt. Unter dem Motto „Wir sind bunt“ mischten sich in die Berufs- bzw. Berufsfachschulklassen Schüler aus den Flüchtlingsklassen und arbeiteten gemeinsam ein Projekt aus. Die Bandbreite reichte von der Erarbeitung der musikalischen Umrahmung der Feier, der Herstellung von Buttons, gemeinsamen gärtnerischen Arbeiten und Fahrradreparatur bis hin zu Kreativprojekten und zur Zubereitung des Caterings. Die Schüler waren mit viel Freude und Kreativität dabei und stellten Ihre Arbeiten und gemeinsamen Erfahrungen mit Stolz vor. Es gab sogar ein Fußballturnier und die Siegermannschaft konnte neben kleinen Gewinnen auch einen Schulpokal entgegennehmen.

Höhepunkt der Feier war die offizielle Übergabe der Auszeichnungsurkunde und des Logo-Schildes durch den Bezirkskoordinator für Niederbayern, Herrn Andreas Bernauer. In seiner Rede sprach er der Schule und der Schülerschaft Anerkennung für das bisher im Hinblick auf die Integration junger Asylbewerber und Flüchtlinge Geleistete aus.  Darüber hinaus motivierte er die Schülerinnen und Schüler weiterhin achtsam miteinander umzugehen und wachsam zu bleiben.

Nun darf sich die Staatliche Berufsschule III Straubing-Bogen, die Marianne-Rosenbaum-Schule, ganz offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen. Die tägliche Arbeit für die Werteentwicklung und ein gutes Miteinander aller Schülerinnen und Schüler innerhalb und außerhalb der Schule wird weitergehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                        

 

Im Schuljahr 2016/2017 haben afghanische und syrische Schüler der Berufsintegrationsklassen an der Marianne-Rosenbaum-Schule, Staatliche Berufsschule III, Straubing in Kooperation mit dem Deutschen Erwachsenen-Bildungswerk Straubing eine besondere Ausstellung erarbeitet. Verantwortlich für das Projekt sind die Kulturwissenschaftlerin Claudia Eisenrieder vom DEB sowie Oberstudienrätin Pia Röder.

Dreizehn junge Asylbewerberberichten blitzlichtartig über ihre Flucht, Heimat und Familie, Kultur und das neue Leben in Deutschland. Sie erzählen von der Notwendigkeit des frühen Erwachsenwerdens, von zerbrochenen Träumen, neuen Hoffnungen und Wegen.

Den Kern der Schau bilden die Erinnerungen und Erkenntnisse dieser Jugendlicher. Jeder Schüler wird auf drei Ebenen präsentiert: anhand eines selbst verfassten Erfahrungsberichts, eines im Bild dargestellten persönlichen oder symbolischen Erinnerungsgegenstandes sowie einer lebensgroßen Portraitaufnahme. Zahlreiche Ehrengäste kamen am 27.06.2017 zur Eröffnungsveranstaltung. Mit Reden, einer Podiumsdiskussion mit den Ehrengästen und einem Rundgang durch die Ausstellung fand es einen feierlichen Rahmen.

Eindrücke von der Ausstellung können auch über einen Fernsehbeitrag zur Eröffnungsveranstaltung gewonnen werden. (Mediathek DonauTV, Schau hin! Ein Blick in das Leben geflüchteter Mitschüler vom 28.06.20017)

Die Ausstellung kann ab Oktober 2017 von Schulen kostenfrei entliehen werden. Die ausleihende Schule übernimmt den Transport von und zur Marianne-Rosenbaum-Schule.

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Zu den Fotoeindrücken:

Die Sozialpflege 10. Klasse nahm in ihren Sozialkundeunterricht mit Fr. Röder am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung teil. Sie griffen das Thema „Junge Flüchtlinge unter uns!“ auf, denn junge Flüchtlinge treffen sie täglich am Flur des 3. Stockes – die Klassenzimmer liegen direkt gegenüber. Aber das ist nun die Gelegenheit, miteinander in das Gespräch zu kommen und gemeinsam ein Handlungsprodukt in Form eines Videos zu erstellen. Zunächst wurden die Klassen in das Thema eingeführt und konnten sich im Stuhlkreis gegenseitig vorstellen. Doch schon ging es in Kleingruppen, die sich selbst überlegten, welchen Beitrag sie für das Video leisten.

Am 22.0.2017 trafen sich die Klassen Sozialpflege 11 und Berufsintegration BIK11B zum gemeinsamen Spiel. Zur Aufgabe des Sozialbetreuers gehört es, anderen Menschen ein Spiel zur Beschäftigung zu erklären. Das taten sie heute, indem sie Mitschüler aus aller Welt zu sich in das Klassenzimmer einluden. Keine Woche darauf, lud auch die Sozialpflege 10 zum gemeinsamen Spiel ein.

Die Stimmung war ausgelassen: Die Fragen im Spiel führten dazu, sich besser kennen zu lernen. Es führte auch zu manchen Lacher und auch ernsten Worten. "Erzähle uns..." so das Motto des Spiels.

Das ist gelebte Gemeinsamkeit! Wie die Fotos zeigen...

 

 

 

 

 

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